Chereponi Women Empowerment Project 2017-06-02T16:43:39+00:00

Chereponi Women Empowerment Project

Mit wenig Geld viel bewegen – wie alles begann

Im Jahr 2010 besuchte die Studentin Julia Neumann das kleine Dorf Chereponi im Norden Ghanas, welches etwa 4 Stunden östlich von Tamale, in unmittelbarer Nähe zur togoischen Grenze, liegt. Dort lernte sie die Situation der Frauen kennen und startete nach ihrer Rückkehr in Deutschland einen Spendenaufruf, um den Frauen zu helfen. 2011 kehrte Julia zusammen mit Alex nach Chereponi zurück und sie entwickelten zusammen mit Ernest Kwabena das Projekt und konnten damit bisher mehr als 400 Frauen und ihren Familien helfen sich ein besseres Leben aufzubauen.

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Die Lage der Frauen im Norden Ghanas

Die Lage der Frauen in Ghana ist häufig durch finanzielle Abhängigkeit charakterisiert, insbesondere in den ärmeren Regionen des Nordens. Meist sind Frauen allein für die Erziehung der Kinder und den Haushalt verantwortlich. Die Rolle der Frau zu stärken ist eines der großen Herausforderungen des Landes, dies soll mit dem Chereponi Women Empowerment Project  unterstützt werden. So werden in erster Linie Frauen unterstützt, welche wiederrum in der Lage sind,  die finanzielle Situation ihrer eigenen Familie zu verbessern.

Das Projekt – Entwicklung mit Hilfe von Sojabohnen

Sojabohnen sind in Ghana sehr gefragt und nicht ausreichend vorhanden, sie besitzen verschiedene Verwendungszwecke und sind zudem günstig anzubauen. Da Sojabohnen auch vergleichsweise wenig anfällig für Krankheitserreger sind und man nur ein kleines Startkapital benötigt, sind sie ideal für dieses Projekt.

Damit eine Frau in der Lage ist ein Feld zu bearbeiten, benötigt sie momentan 85 Cedi, was ca. 20 Euro entspricht. Durch eine hohe Inflation vor Ort kann aber angenommen werden, dass die benötigten Mittel pro Frau jedes Jahr steigen, da sich Benzin- und Saatpreise erhöhen. Auch der Wechselkurs des Cedis gegenüber dem Euro schwankt recht stark, was sich auf den Europreis niederschlägt. Von den derzeit benötigten 85 Cedi wird der überwiegende Teil für den Traktor zum Pflügen des Feldes zu Beginn der Aussaat benötigt. Saat und Düngemittel sind verhältnismäßig günstig.

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Der Projektablauf

Die Aussaat der Sojabohnen beginnt jedes Jahr im Mai/Juni, je nachdem wann der erste Regen fällt. Während der Regenzeit, die bis November/Dezember geht, sind die Frauen dann mit der Pflege ihrer Felder beschäftigt. Im Dezember werden die Sojabohnen dann geerntet und gesammelt, denn nicht jede der Frauen bringt die Sojabohnen einzeln auf den Markt. Um den Zusammenhalt der Frauen zu fördern und Konkurrenzdenken zu verhindern, geben die Frauen einen Teil der erwirtschafteten Sojabohnen an uns ab, die wir für sie verkaufen. Hierbei ist es uns in den vergangenen Jahren immer gelungen, die ursprüngliche Investition von 85 Cedi pro Frau zu erwirtschaften und darüber hinaus weitere Profite zu erzielen, welche dann zum Ausbau des Projekts verwendet werden können.

Aufgrund der Trockenzeit ist in der Zeit von Januar bis Mai kein Ackerbau möglich. Daher erhalten die Frauen von uns einen Mikrokredit in Höhe von ebenfalls 85 Cedi, welcher aus dem Verkauf der gesammelten Sojabohnen finanziert wird. Mit dem Mikrokredit gehen dieFrauen verschiedenen einkommensgenerierenden Aktivitäten nach. Manche von ihnen frittieren bspw. Kochbananen und verkaufen diese als Chips, wieder andere betreiben kleine Garküchen oder betreiben Handel mit nahe gelegenen togoischen Gemeinden.

Vor der neuen Farmsaison zahlen die Frauen den Kredit mit einer Zinszahlung von 10% an uns zurück. Dieses Geld wird gesammelt und den Frauen wieder für ihre Felder zur Verfügung gestellt. Durch die Zinszahlungen und zusätzliche Gewinne aus der Ernte können so  weitere Frauen in das Projekt aufgenommen werden. Hier schließt sich der nachhaltige Kreis des Projektablaufs, wodurch jede Frau, wenn sie einmal im Projekt aufgenommen wurde, in allen folgenden Jahren wieder die Möglichkeit hat ein Feld mit Sojabohnen zu bestellen.

Veranschaulichung Projekt-Zyklus → Hier

Was wir bereits erreicht haben

Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnten wir in sechs verschiedenen Communitys ca. 400 Frauen und ihren Familien helfen, sich ein Leben mit drei täglichen Mahlzeiten zu ermöglichen. Einige sind nun in der Lage eine Krankenversicherung zu bezahlen, ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und auch selbst lesen und schreiben zu lernen. Dieses Projekt kommt also den Menschen direkt zu Gute und hilft auch den Communities insgesamt. So berichten die Frauen immer wieder von dem durch das Projekt entstandenen Zusammenhalt in der Gemeinschaft und einem harmonischerem Familienleben, durch den Wegfall einseitiger Abhängigkeit gegenüber ihren Ehemännern.

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Noch viele Frauen warten auf Unterstützung

Während wir in denCommunities Namalaku, Mayemam, Nyangbandi und Jakpa bereits einen großen Anteil der Frauen unterstützen, warten in unseren neuen Communities Angor und Tinchangu noch viele weitere Frauen auf unsere Unterstützung. Darüber hinaus wollen auch immer mehr Communities in und um Chereponi herum an dem Projekt teilnehmen, da sie von den positiven Entwicklungen in den teilnehmenden Communities gehört haben.

In den vergangenen Jahren konnten wir teilweise mehr als 50 Frauen pro Jahr in das Projekt aufnehmen und unsere Gruppengröße von 400 Frauen lag ohne den Besitz eines eigenen Traktors leider am organisatorischen Maximum. Die Anmietung externer Traktoren in der kurzen Zeit der Aussaat ist ein sehr kompliziertes Unterfangen, wodurch es bereits bei 400 zu pflügenden Feldern zu Engpässen kommen kann und wir natürlich das rechtzeitige Pflügen aller Felder nicht gefährden wollen. Daher freuen wir uns, dass wir Ende 2016 einen eigenen Traktor anschaffen konnten, um so die Produktivität und die Reichweite des Projekts auch in Zukunft kontinuierlich erhöhen zu können.

Gemeinsam mit wenig Geld viel bewegen

Mit bereits 20 Euro kann man das Leben einer Frau und damit ihrer ganzen Familie nachhaltig positiv beeinflussen und ihnen zu einer besseren Zukunft verhelfen. Gemeinsam mit unserem Projektkoordinator Ernest Kwabena, haben wir es uns zum Ziel gemacht den Frauen von Chereponi eine Perspektive zu geben und freuen uns über jede Unterstützung.

 

Julia Neumann:

           Alexander Stöcker:

 

Projektkoordination

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                                 Julia Neumann,          Alexander Stöcker      u.       Ernest Kwabena

 

 

 

 

„Frauen haben ganz klar eine Schlüsselrolle in Entwicklungsländern und sind einfach mit anderen Werten unterwegs als die Männer (dies schreibt ein Mann!). Daher sind solche Projekte einfach gut und wichtig.”
Heiko E.
„Ein tolles Projekt mit nachhaltiger Hilfe zur Selbsthilfe! Ich wünsche den Familien, Frauen und Kindern in Chereponi nur das Beste und unterstütze sie gern!“
Katharina H.
„Bei diesem Projekt kann ich sicher sein, daß die Spende direkt und in voller Höhe bei den Betroffenen an kommt.“
Roland R.